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SUMMARY:Aus Erfahrung klug werden.
DESCRIPTION:Repräsentation ist eine umstrittene Angelegenheit. In öffentlic
 hen Debatten werden nur bestimmte Stimmen gehört und wahrgenommen. Die Stim
 men von kreativen Abweichlern, Marginalisierten oder Gruppen, die das "Syst
 em" zu sehr in Frage stellen, finden nur in alternativen Öffentlichkeiten G
 ehör. Damit aus Abweichlern und EinzelkämpferInnen politische Bewegungen we
 rden, braucht es gelungene Formen der Selbstorganisation.\n\nIn unserer Sta
 dt gibt es nun seit mehreren Jahrzehnten Erfahrungen mit emanzipatorischen 
 sozialen Prozessen und Versuchen der alternativen Repräsentation, sodass mi
 ttlerweile viele Erfahrungen gemacht wurden, gute wie weniger gute, aus der
 en systematische Reflexion viel zu lernen ist.  Dies steht dem derzeit domi
 nanten Ansatz entgegen, Effizienz, Zielgruppenorientierung oder Multiplizie
 rbarkeit als zentrale Leitlinien der sozialen wie auch politischen Arbeit z
 u verstehen. Erfahrung hingegen zählt nicht zu den Quellen dieser Arbeit. I
 m Gegensatz dazu steht ein Zugang aus Lateinamerika, der an diesem Abend pr
 äsentiert und diskutiert werden soll, im Sinne eines Prozesses des "von Süd
 en Lernens":  Systematisierung von Erfahrungen ist ein grundlegender Bestan
 dteil eines kollektiven Lern- und Reflexionsprozesses in der lateinamerikan
 ischen Tradition der Educación Popular. Alle Beteiligten sollen dabei gemei
 nsam zu ErforscherInnen der Welt, in der sie leben, und vor allem ihrer eig
 enen Praktiken werden. Es gilt, das Spannungsfeld von Anpassung und Verände
 rung auszuloten und dabei den Blick nach vorne zu richten:  "Es ist möglich
  etwas zu verändern, und wir sind fähig zu verändern." (Oscar Jara)   Einer
  der wesentlichen "Erfinder" und Promotoren dieser Methode, Oscar Jara (Cos
 ta Rica), betrachtet das gemeinsame und gleichberechtigte Erforschen der ei
 genen Lebenswirklichkeit als Grundvoraussetzung dafür, dass die Betroffenen
  ihre Praktiken und die Welt, in die sie eingebettet sind, verändern können
 . Jara betont, dass diese Arbeitstechniken nicht als Zusammenstellungen von
  Methoden zu sehen seien, die über Beforschte möglichst viele zuverlässige 
 Daten generieren, anhand derer daraufhin Wissen zur angemessenen "Regierung
 " über Menschen entwickelt werden könne. Vielmehr sollen der Raum und die A
 rbeitstechniken der Systematisierung einen Rahmen bieten, um diese eigenen 
 Erfahrungen kollektiv zu reflektieren und zu neuen Formen des Handelns zu f
 inden.   \n\nProgramm\n\n 	Elisabeth Schmid und Petra Herout: Die Systemati
 sierung von Erfahrungen. Eine partizipative Methode des Wissensmanagements.
  Präsentation des gleichnamigen Buches von Elisabeth Schmid et al. 	  \n\n 
 	Kommentare aus dem Publikum & Diskussion 	  	Einladung zur Beteiligung an 
 einem Prozess der Systematisierung von Erfahrungen - informelle Kommunikati
 on mit Getränken & Knabbereien \n\n \n\n \n\nReferentinnen\n\nElisabeth Sch
 mid ist selbständige Promotorin des Projektes "Systematisierung von Erfahru
 ngen". Sie hat diese Methode im Rahmen ihrer Tätigkeit für Horizont3000 in 
 Ecuador kennengelernt und dazu gemeinsam mit KollegInnen das Buch unter dem
  Titel "Systematisierung von Erfahrungen. Eine partizipative Methode des Wi
 ssensmanagements" erarbeitet.  Petra Herout ist seit neun Jahren in der Ent
 wicklungszusammenarbeit tätig und greift auf Projekterfahrung in Ecuador, N
 icaragua, Südafrika und Senegal zurück. Sie koordiniert bei Horizont3000 da
 s Wissensmanagement-Programm KNOW-HOW3000 und berät andere Non-Profit-Organ
 isationen im Wissensmanagement. Sie hat selbst einen Systematisierungs-Proz
 ess bei Horizont3000 begleitet und es ist ihr ein Anliegen, partizipatives,
  organisationales Lernen in den Organisationen zu verankern.   \n\nNäheres 
 zum Hintergrund:\n\n"Niemand kann die Erfahrungen anderer systematisieren."
  (Oscar Jara) \n\nOb in einer Landwirtschaftskooperative, im Stadtteil-Komi
 tee oder in der Schule, zuallererst geht es bei der Systematisierung darum,
  gemeinsam ein Problem zu definieren und alle Erfahrungen, die die Beteilig
 ten in Bezug auf dieses Problem haben, zu sammeln, erklärt Jara. In einem z
 weiten Schritt wird kollektiv versucht, diese Erfahrungen sinnvoll zu ordne
 n, um eine angemessene Interpretation möglich zu machen. Dabei ist es wicht
 ig, die jeweiligen Kontexte zu berücksichtigen, in welche die Erfahrungen e
 ingebettet sind. Der dritte Schritt beinhaltet die gemeinsame Diskussion, u
 m Lösungen und Maßnahmen in Bezug auf das eingangs definierte Problem zu fi
 nden. In der Praxis der Educación Popular wurden für alle Schritte unzählig
 e sehr niederschwellige Arbeitstechniken entwickelt, die es sogar Personen,
  die weder schreiben noch lesen können, ermöglichen, zur Lösung eines kompl
 exen Problems beizutragen. Zentral in diesem Prozess sei, betont Jara, dass
  die Interpretation der Erfahrungen und die Suche nach Lösungen nur kollekt
 iv mit allen Beteiligten geschehen könne. Dies schafft eine kreative Atmosp
 häre, in der völlig neue Ideen und Fragestellungen aufkommen können und vor
  allem die Bereitschaft und das Verlangen zur Teilhabe und der Gestaltung d
 es Gemeinwesens provoziert werden. Weitere Hintergrundinformationen: http:/
 /www.pfz.at/article562.htm sowie http://www.pfz.at/article1452.htm Kostenlo
 se Teilnahme | Bitte um Anmeldung unter: www.pfz.at/article1745.htm
DTSTAMP:20230219T162303Z
DTSTART:20150615T163000Z
DTEND:20150615T193000Z
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